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Mama mit Behinderug – Blogreise mit anderen behinderten Eltern

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich Teil einer Blogreise, die Wheelymum erstellt hat. Die Blogreise führt durch verschiedene Elternblogs. Eltern die Vieles gemeinsam haben – sie sind Eltern und haben eine Behinderung.

In den nächsten Wochen wird es täglich ein neues Reiseziel geben – ein anderer Blog mit einer anderen Geschichte. Am Ende dieser Reise habt ihr die Möglichkeit, etwas wahnsinnig Tolles zu gewinnen. Mehr dazu aber am Ende dieses Beitrags.

Mama mit Behinderung

Ja, ich bin eine Mama mit einer Behinderung. Ich selbst sehe mich eigentlich nicht als „Behinderte“ und ich denke, dass ich auf den ersten Blick auch gar nicht als solche wahrgenommen werde. Denn ich habe eine Hörberhinderung. Von Geburt an bin ich schwerhörig und trage in beiden Ohren Hörgeräte. Diese helfen mir super durch den Alltag und ermöglichen mir so ziemlich alles. Musik hören, kommunizieren und telefonieren würde ich ohne meine Geräte nicht können und ich bin sehr dankbar dafür, dass es sie gibt. Denn ohne diese Hilfen bin ich taub. Da höre ich dann gar nichts. Das hat natürlich den Vorteil, dass ich wahnsinnig gut schlafe oder einfach mal abschalten kann, wenn ich nichts mehr hören will aber leider auch ein paar Nachteile. Ich höre mein Kind im Schwimmbad nicht, denn die Geräte sind nicht wasserdicht. Ich habe manchmal einen unruhigen Schlaf, weil ich Angst habe, dass mein Babyphone nicht funktioniert und ich mein weinendes Kind nicht höre. Wenn meine Geräte kaputt sind, muss ich sie einschicken und habe dann meistens ca. zehn Tage keine oder nur alte Hörgeräte. In diesen zehn Tagen kann ich nicht arbeiten gehen und möchte auch ungern unter Leute, da ich mich ohne mein Gehör hilflos fühle.

Der Alltag mit Kind

Während der Schwangerschaft war meine größte Sorge, dass mein Baby auch mit einer Hörbehinderung zur Welt kommen könnte. Natürlich ist die Technik heute sehr fortgeschritten und hätte uns Möglichkeiten geboten, allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man als Normalhörender einfach viel mehr Chancen im Leben hat und viel mehr Türen offenstehen. Ein Schnelltest nach der Geburt sagte uns, dass mein Sohn keinerlei Probleme mit den Ohren hat und ganz normal hört. Das haben wir dann auch sehr schnell bemerkt und wir waren sehr glücklich darüber. Es gibt für mich im Alltag technische Hilfen, mit denen ich auch ohne Hörgeräte schnell auf mein Kind reagieren kann. Die Krankenkasse bezahlte mir einen Licht- und Vibrationswecker, welcher mit einem Sender im Kinderzimmer verbunden ist. Sobald mein Sohn also Laute von sich gibt, blitzt und reagiert mein Wecker auf meinem Nachttisch. Dieser reagiert z. B. auch, wenn die Rauchmelder Alarm auslösen und wenn es an der Haustür klingelt. Wir haben uns auf eigene Kosten noch ein Babyphone mit Videoüberwachung angeschafft, da der Sender, den ich von der Krankenkasse bekommen habe, auch auf Husten und Niesen reagiert und ich manchmal einfach umsonst ins Kinderzimmer gehen und in vielleicht unnötig wecken würde. Da hilft ein Blick auf das Videophone.

Links: Blitzer, der in eine Steckdose gesteckt wird und genau wie der Wecker auf Laute des Kindes, Rauchmelder und Klingeln mit Blitzen reagiert Mitte: Mobiles Teil, das durch Vibrieren reagiert. Praktisch, wenn man im Haus oder Garten unterwegs ist Rechts: Sender für das Kinderzimmer

Was ich mir für die Zukunft wünsche

Ich wünsche mir vor allem mehr Unterstützung von der Krankenkasse!!! Leider bin ich in der Auswahl meiner Geräte – ganz gleich, ob es sich um Hörgeräte, Wecker, Babyphone etc. handelt – stark eingeschränkt. Die Krankenkasse gibt mir vor, was für mich gut sein soll und was auf keinen Fall geht. Zweiteres muss ich dann selbst bezahlen. Es wird immer nur nach festgelegten Standards entschieden und nicht nach menschlichen Bedürfnissen. Das Babyphone, das wir uns auf eigene Kosten angeschafft haben, hätte alle meine Bedürfnisse erfüllt, doch leider ist dieses „nicht gelistet“. Es kommt mir auch nicht auf den Betrag an, sondern es geht mir um das Prinzip. Alle sechs Jahre bekomme ich neue Hörgeräte, allerdings nur bis zu einem bestimmten Betrag. Auf meine aktuellen Geräte bin ich ganz besonders stolz, da das die ersten sind, die ich im Ohr tragen kann und nicht, so wie man Hörgeräte eben kennt, hinter dem Ohr. Ich kann viel besser telefonieren (übrigens meine Hauptbeschäftigung in meinem Job), ich verstehe meinen Gesprächspartner, wenn draussen ein starker Wind geht (ja, mit den Hinter-Ohr-Geräten habe ich nur den Wind gehört) und ich fühle mich einfach wohler, weil mir nicht direkt aufs Ohr gestarrt wird. Ich trage auch endlich Zöpfe, seitdem ich diese Geräte habe. Die Krankenkasse lässt diese Argumente nicht zu. Sie sehen darin einfach nur einen Schönheitsaspekt, den sie nicht unterstützen möchten. Somit habe ich während meiner Ausbildung eine sehr große Summe für diese Geräte bezahlt, was alles andere als einfach war.

Kurz gesagt, es wäre einfach schön, wenn man mehr auf das Menschliche, als auf das Politische bzw. auf irgendwelche Regeln eingehen würde und uns Behinderten damit Vieles leichter machen würde. Inklusion ist das Zauberwort. Da haben wir in Deutschland noch viel zu tun!

Blogreise und Gewinnspiel

Zu gewinnen gibt es dieses Puppenspielhaus (mehr dazu hier) :

Bild: Ehring Markenmöbel

Jeder teilnehmende Blog, hat am Ende seines Beitrages zur Blogreise eine Frage. Bitte notiert euch die Antwort und sammelt, von Beitrag zu Beitrag, die Antworten. Am Ende habt ihr etwas über eine Woche Zeit, diese gesammelten Antworten, zu einem Wort/Satz zusammenzufügen und diesen Antwortsatz, sendet ihr bitte per Mail an Sehtuns@web.de.

Danach entscheidet das Los.

Welches Wort suche ich heute?

Gemeinsam _ _ _ _ wir stark!

Dieses ist das zweite Wort aus dem Lösungssatz. Damit ihr auch das erste Wort erraten könnt und mehr Informationen zur Blogreise, zum Gewinn selbst und zu den anderen teilnehmenden Blogs findet, solltet ihr unbedingt hier reinschauen!

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr diese Blogreise unterstützt und teilt, damit wir einfach darauf aufmerksam machen können!

Vielen lieben Dank und eine tolle Reise euch,

5 Kommentare

  1. Liebe Simone,
    ich bin zufällig auf deinem Blog gelandet.
    Dein Beitrag hat mir sehr gut gefallen! Sehr schön und interessant geschrieben! Ich hoffe für Euch, dass sich bei den Krankenkassen bald etwas tut! Viele Grüße und alles Gute!

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