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#tbt – Schulalltag damals und heute

Hallo ihr Lieben,

es ist wieder Donnerstag und Zeit für den #tbt. Ich habe euch ja gestern in meinem Facebook-Posting schon von meinem Weg zur Arbeit erzählt – ein voller Schulbus und trotzdem Totenstille. Das nehme ich zum Anlass, euch mal von meinem Schulweg bzw. -alltag damals (Gott, jetzt fühle ich mich schon wieder alt!) zu erzählen Und wenn ich die Kids heute so beobachte, bin ich immer ganz amüsiert, deshalb mache ich einfach mal einen Direktvergleich. Dazu möchte ich aber vorab gerne noch sagen, dass ich mich hier nicht lustig oder gar die Kids schlecht mache.

tbtDer Weg zum Bus damals:
Ich wohnte in so einem Miniminimini-Kaff und da quasi am Ende einer Straße. Während ich durch diese Straße lief, kam hier und da ein/e Mitschüler/in dazu. Wir redeten über alle möglichen Dinge, benahmen uns manchmal unmöglich, schubsten und lachten oder manchmal wurde aus einer großen Gruppe zwei kleine, weil irgendwer Streit hatte und der eine Teil lieber mit den Anderen lief. Oder einer lief alleine und schmollte. Spätestens an der „Bushalte“, wie wir immer sagten, war alles wieder okay, weil da die nächsten Doofen waren und man ja eine Gruppe war.

Der Weg zum Bus heute:
Allein oder max. zu zweit oder zu dritt. Kopf gesenkt, alle mit Facebook, WhatsApp und Schlagmichtot beschäftigt. Entgegenkommende werden nicht beachtet und geredet wird nur, wen etwas Erwähnenswertes entdeckt wird, z. B. „Boah ey, hast du gesehen, was die Lisa-Marie auf dem neuen Profilbild anhat?“. Bushaltestellensituation nicht anders als der Weg dahin. Vielleicht ein kurzes „Hi“. Wenn überhaupt.

Im Bus damals:
Ich habe die Busfahrten oft damit verbracht, Hausaufgaben abzuschreiben oder noch schnell etwas auswendig zu lernen weil immer irgendwer meinte „Ich glaub, Lehrer XY schreibt heut ’ne Ex!“ und ich da nicht so dran gedacht habe. Wenn mal nichts anstand und ich meine Hausaufgaben alle hatte, ging es im Bus laut zu, es wurde gequatscht, von vorne nach hinten etwas gebrüllt, gelästert und noch viel mehr.

Im Bus heute:
Totenstille. Fast jeder hat sein Smartphone in der Hand und meistens noch Stöpsel im Ohr. Hin und wieder hört man mal jemanden etwas sagen. Das sind meistens die Erwachsenen, die zur Arbeit fahren und in den Schulbus müssen (Ich dachte mir oft, dass es echt blöd ist, ausgerechnet die Schulbusse zu nehmen aber im Nachhinein ist das echt praktisch, man hat immer Ruhe. Da ist dann das Stehen auch nicht so schlimm).

Der Rucksack damals:
Gott, was waren wir glücklich, als es endlich diese geilen Rucksäcke gab: Eastpaks! Am coolsten war man, wenn man den Eastpak so tief wie möglich, am besten unterm Hintern, getragen hat. Am Griff des Reißverschlusses hatte man entweder einen Schnuller oder mehrere Dosenverschlüsse an einem Ring befestigt und die Allercoolsten haben den Eastpak von Freunden beschriften lassen (Hoch im Kurs war das HDGGGGGGGGDL und eine selbst gemalte Diddl-Maus). Manche haben beim Eastpak-Logo den ein oder anderen Strich angemalt –  dann war es ein Asipack oder ein Fatpak.

Heute:
Heute tragen die Mädels Handtaschen. So wie es aussieht, trägt man welche von Michael Kors oder LV. Keine Ahnung, ob die echt oder gefaked sind.  Aber was ich ziemlich blöd an denen und ihren Trägerinnen finde ist (unabhängig davon, dass die ja für die Schule eh nicht gemacht sind): Die werden im Bus nicht abgenommen sondern jedem, der am Gang sitzt, schön an die Schulter – oder wenn man Pech hatte, eben ins Gesicht – geklatscht (Unsere Eastpaks waren uns damals viel zu heilig, die wurden abgenommen und brav vor dem Bauch den Busgang entlang getragen).
Den Jungs scheint es völlig Wurst zu sein. Hauptsache, es passt alles rein. Vielleicht trägt die nächste Generation Jungs Handtaschen, gar nicht mal so unrealistisch 😉

Klamotten damals:
Wenn ich mich richtig erinnere, waren die Klamotten erst so ab der Realschule (damals noch 7. Klasse) wichtig. Aber auch nicht so wichtig, dass man dumm angeschaut wurde, wenn man NoName trug. Hauptsache, man ging ein bisschen mit dem Trend mit: Adidas Superstars mit breiten Schuhbändern, Rock mit Stiefeln, Schlaghosen. Ein paar Jahre vorher waren diese schwarz-weißen Jogginghosen, die sich bis obenhin knöpfen ließen wahnsinnig in. Am besten, man trug dazu noch diese Buffalos (ich bin bis heute meinen Eltern dankbar dafür, dass ich sie nie haben durfte). Die Plateauschuhe ließen sich auch wunderbar zu Schlaghosen kombinieren, die so breit waren, dass sie über die Schuhe drübergingen. Da hatte man megateure Schuhe und diese waren dann nicht mal sichtbar. Und diese Schlaghosen… wenns mal geregnet hat, waren sie nass bis hoch in die Kniekehlen und verdammt schwer. Was waren wir doch tapfer damals. Schirme und so haben wir nie gebraucht!

Klamotten heute:
Tapfer sind definitiv auch die heutigen Kids. Immer wieder sehe ich, wie bei diesen Minustemperaturen momentan absolut keinen Wert auf warme Kleidung gelegt wird. Die Lederjacken hingen viel zu lange im Schrank, die müssen JETZT getragen werden. Und weil sie ja schön kurz sind und man die Reißverschlüsse ja nicht zumacht, passen sie jetzt erst recht (Okay, damals fanden wir es auch uncool, wenn Mama die Jacke bis obenhin zugemacht und uns Mützen aufgesetzt hat. Die Mützen haben wir halt dann abgenommen…). Achja, dann gibt’s ja noch diese Leggings, die über dem Knöchel enden. Dazu trägt man dann supergeile Nikes und lässt die Socken weg, weil die könnten ja stören und von den Schuhen ablenken (Ja, da waren unsere Schlaghosen schon praktisch, wenn die Schuhe mal nicht so toll aussahen).

Vor und nach der Schule damals:
„Du, sollen wir noch schnell Eine rauchen? Wo können wir denn hin, damit uns keiner sieht? Gehen wir wieder an die Mauer?“ Ja, auch wir haben geraucht. Aber nicht, weil wir auf unsere Gesundheit geschissen haben, sondern weil wir es einfach probieren wollten. Ich glaube, wir sahen alle uncool aus, wie wir so dastanden mit unseren Schlaghosen und Eastpaks und ’ner Kippe zwischen den Fingern. Aber wir haben uns gefühlt wie die Größten. Die größte Herausforderung war immer, nach den Lehrern zu gucken und sich nicht erwischen zu lassen. Viele unserer Lehrer kamen zu Fuß und mussten so an uns vorbei und wenn wir erwischt wurden, wurde schnell mal mit einem Verweis gedroht. Aber wir waren ja cool und meinten immer, der könnte uns nix, weil wir sind ja Viele und würden dann dem Direktor sagen, dass das gar nicht stimmt, was Lehrer XY da sagt. Naja, so manch einer bekam dann doch einen oder durfte zur Strafe die Kippen von der Straße kehren. Aber so war das halt. Der war dann eben cool. Irgendwann war das Rauchen aber langweilig und man hat’s dann auch nicht mehr gemacht. Und teuer war’s auch. Da hat man sich halt eben unterhalten. Oder laut gelacht. In der Gruppe. So, dass es alle mitbekamen und dachten, wir lästern. Voll peinlich im Nachhinein 🙂 Aber wir waren cool!

Vor und nach der Schule heute:
„Alter, gib mal Feuer!“ – So hört es sich heute an. Viele Schüler rauchen, es ist völlig okay und „man kann ja nix dagegen machen“ (Ich weiß zwar nicht genau ob das so ist, aber es scheint Schulen mit Raucherecken zu geben). Heutzutage sind die Kids – kann man die dann noch so nennen? – mit 14 schon gestandene Raucher. Meistens mit Bull in der Hand wird noch beim Rausgehen die Kippe in den Mund gesteckt, das Handy aus der Tasche geholt, getippt und geschrieben und wenig miteinander geredet. Und so geht’s dann wieder nach Hause. Im Bus wird ein Stöpsel ins Ohr gesteckt, Musik angemacht, gefacebooked, whatsapped und Sonstwas. Wenn jemand was sagt, muss erstmal der Stöpsel aus dem Ohr genommen werden „Was is‘?“ „Ich hab ’nen neuen Rekord bei Candy Crush“ „Mhm“ und Stöpsel wieder rein.
Quatschen wird überbewertet, man hat ja schließlich WhatsApp und kann dann am Abend schreiben.

 

Ich mag ja vielleicht ein bisschen spießig sein bzw. wahrscheinlich schreibt da einfach nur die Mama in mir. Aber ich finde es schon ein bisschen traurig, wie sich das alles verändert hat. Ich kann nur hoffen, dass dieser Hype wieder vorbeigeht und mein Bub auf dem Schulweg, in der Schule und auf dem Heimweg einfach Kind sein kann. So lange wie möglich!

Habt ihr euch vielleicht wieder erkannt im Artikel oder erlebt ihr euere Kinder so? Was bekommt ihr so mit, wenn ihr unterwegs seid und wie war das bei euch so? Hinterlasst mir Kommentare, ich freue mich!

 

Bis bald,

SimoneSIGNATUR

 

 

2 Kommentare

  1. Ich habe Tränen gelacht und war aber auch etwas traurig beim Lesen. Ich denke oft, dass unsere Kindheit so toll war – allein die menschliche Interaktion. Oder auch diese Fixierung zur Zeit auf Aussehen und Besitz :(. Heutzutage macht mir auch dieses Cyberbullying Angst – wie die Kinder im Internet öffentlich übereinander herziehen – klar gab es auch damals Mobbing, aber es war doch irgendwie „harmloser“, weil es vorbei war, wenn’s vorbei war. Klingt das logisch? Naja, ich meine ja schon, dass wir Eltern viel in der Hand haben. Warum müssen Grundschüler denn schon Smartphones haben? Aber den richtigen Weg für sich und seine Kinder zu finden ist heute sicherlich schwer – gut, dass meine erst 8 Monate alt ist und ich noch etwas Zeit habe ;).
    Schönes Wochenende liebe Simone, Klaudia

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