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Erzähl‘ mal, Mama!

Viele Mamas kennen das: Die Schwangerschaft, die Geburt, die ersten Tage und Wochen danach… Entweder ist alles supertoll oder man hat das Gefühl, man hat komplett versagt. Gerade beim ersten Kind weiß man oft nicht, was einen erwartet. Oder was richtig und was falsch ist. Man ist sich auch mit Ratschlägen oft unsicher und fragt manchmal erst gar nicht nach, weil man nicht blöd dastehen will.

Dass es aber für alles eine Lösung gibt und vor allem, dass die schlechten Tage noch lange kein Anzeichen dafür sind, dass man eine schlechte Mutter ist, möchte ich euch in meiner Serie zeigen.
Ich habe einige Mamas interviewt.
Jeden Sonntag erzählt hier eine Mama von ihrem ersten Kind: Von ihrer Schwangerschaft, von der Geburt und natürlich – vom Mamasein.

Erzähl mal Logo-horz

Wie alt warst du bei der Geburt? 33
Wie hast du entbunden? Konventionell bzw. natürliche oder spontane Geburt
In welcher Schwangerschaftswoche kam dein Kind auf die Welt?
40+5

Wie verlief deine Schwangerschaft? Falls du Beschwerden hattest, hast du vielleicht ein paar Tipps dagegen?
Sehr gut. Ich hatte eigentlich kaum Beschwerden. In den ersten drei  Monaten hatte ich mit leichter Übelkeit beim Zähneputzen zu kämpfen. Das ging aber vorüber. Ich hatte einen guten Hunger und nahm 18 kg zu. Ich musste auch immer etwas zum Essen dabei haben, sonst wurde mir komisch und ich hatte Kreislaufprobleme.
Am Ende der Schwangerschaft hatte ich zwei Wochen lang heiße, juckende Füsse. Wie tausend Ameisen. Man konnte kaum etwas machen. Nur Schuhe ausziehen oder kühlen.

Welche Erwartungen hattest du an die Geburt bzw. wie hast du sie dir vorgestellt? Hattest du spezielle Wünsche?
Ich hatte großen Respekt vor der Geburt. Auch hatte ich Angst vor starken Schmerzen und wusste ja nicht, wie ich mich dann verhalten würde. Generell habe ich mich aber auf die Natur verlassen und war der Meinung, dass es am Besten ist, darauf zu vertrauen, dass schon alles irgendwie gut wird und mir im Krankenhaus schon geholfen wird und im Zweifelsfall richtige Entscheidungen getroffen werden. Die kennen sich aus. Wünsche hatte ich eigentlich keine Besonderen. Ich hatte allerdings alle Formulare für eine PDA im Vorfeld der Geburt im Hebammengespräch ausgefüllt, damit ich darauf schnell zurückgreifen kann wenn ich eine schnelle Schmerzstillung brauche. Diese habe ich dann auch in Anspruch genommen.

Beschreibe die Geburt in max. drei Sätzen
Die Geburt war die intensivste und wunderschönste Erfahrung in meinem Leben. Ich kann viele Bilder der Geburt wie Videosequenzen wieder und wieder abrufen. Vor allem der unbeschreibliche Moment, als meine Tochter zu mir rübergetragen und auf die Brust gelegt wurde und ich sie zum ersten Mal sah.

Was würdest du im Nachhinein bei der Geburt anders machen?
Ich würde die PDA noch früher verlangen. Da ab dem Zeitpunkt, als ich sie brauchte, noch 1,5 Stunden vergingen. Womöglich, weil es mitten in der Nacht war.

Erzähle etwas von den ersten drei Tagen als Mama
Ich war überwältigt davon, endlich unser Kind im Arm zu halten. Allerdings auch erdrückt von dieser neuen Aufgabe. Ich fühlte mich wie ins kalte Wasser geschmissen mit einem kleinen Menschen, der sofort alles braucht. Man selber ist aber noch nicht wieder ganz hergestellt, um gleich voll einzusteigen. Man funktioniert in den ersten drei Tagen. Gut, dass man im Krankenhaus soviel Unterstützung bekommt. Man kennt das kleine Lebewesen noch nicht. Gefühls- und Hormonchaos – was es einem zu Beginn sehr schwer macht. Das ist aber völlig normal aus meiner Sicht. Man sollte sich Zeit lassen. Alles auf sich wirken lassen und sich in Ruhe kennenlernen

Wie war die Nachbetreuung durch die Hebamme? Würdest du deine Hebamme weiterempfehlen? Warum bzw. warum nicht? Was sollte man deiner Meinung nach bei der Suche nach einer Hebamme unbedingt beachten?
Meine Nachbetreuung durch die Hebamme war super. Eine ganz liebe und einfühlsame Person. Wir lagen auch auf einer Wellenlänge. Dies hat sich schon bei der Suche nach der Hebamme am Telefon gezeigt. Ein Tipp: Vorher unbedingt mal mit der Hebamme telefonieren oder treffen. Dann erst entscheiden. 

Wie sah dein Mama-Alltag in den ersten drei Monaten aus?
Der Mama-Alltag sah so aus, dass man versucht, Kind und die eigenen Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Zwischen Stillen, Wickeln, Spielen und Schmusen musste auch Zeit sein für die eigenen Bedürfnisse wie: Duschen, Essen, Ausruhen und Haushalt. Das stellt eine frischgebackene Mama am Anfang ziemlich auf die Probe. Man will so viel auf einmal machen bzw. Dinge wie früher erledigen. Das geht aber nicht mehr so einfach. Man lernt, sich zu organisieren um trotzdem noch die wichtigsten Dinge zu schaffen. Auf jeden Fall muss man lernen, Abstriche zu machen und sich von einem perfekten Haushalt oder genügend Schlaf verabschieden.

Wie siehst du die Entwicklung deines Kindes? Hast du es oft mit anderen Babys verglichen und gemerkt, dass dein Kind noch nicht so weit ist? Wie war dein Gefühl dabei und was hast du daraus gelernt?
Ich bin mit der Entwicklung meines Kindes sehr zufrieden. Zumindest soweit ich das beurteilen kann. Natürlich orientiert man sich grob an anderen Kindern. Aber eher im Querschnitt und weniger bezogen auf einzelne Fähigkeiten. Mir war von vornherein bewusst, dass Kinder sehr unterschiedliche Entwicklungsstadien durchlaufen. Manche Dinge lernen sie schneller als andere und anders herum. Das ist sehr verschieden. Daher ist es mühselig, einen 1:1-Vergleich anzustreben. Es gibt einen Spruch: „Der Vergleich ist der erste Weg zum Unglücklichsein.“ Daher erfreut euch an euren Kindern und seht sie nicht als Leistungsobjekte. Alle gesunden Kinder werden früher oder später laufen und sprechen etc. Also genießt lieber die Zeit mit den Kleinen.

Wo hast du dir Rat geholt, wenn du etwas wissen wolltest?
Der Austausch mit anderen Mamis ist sehr gut. Zumindest um Anregung für eigene Versuche bei Problemen zu bekommen. Viele Informationen habe ich aus dem Internet von seriösen Webseiten und auch viele Ratschläge aus Büchern. Natürlich ist die eigene Mama immer noch eine super Informationsquelle. Dafür bin ich auch sehr dankbar.

Was hat dich komplett überfordert als Mama? Gab es einen Punkt, an dem du dachtest, es geht nicht weiter? Was war das und was würdest du diesbezüglich anders machen bzw. welche Lösung hast du gefunden?
Mich überfordert der Schlafentzug immer wieder. Beziehungsweise durchbrochene Nächte, an denen das Kind einfach nicht schlafen will und man nicht weiß was man tun soll. Dann hat man keine Nerven mehr und alltägliche Situationen, die manchmal schwerer sind, können einen zur Verzweiflung bringen. Mein Tipp ist, dann zu schlafen wenn das Kind schläft oder seinen Partner zu fragen, ob er das Kind ein bisschen nimmt, damit man mal eine Auszeit hat oder den Schlaf nachholen kann. 

Wie stehst du zum Thema „Impfen“? Hattest du diese Meinung schon immer oder hat diese sich durch das Kind geändert? Und warum?
Impfen war für mich kein großes Thema. Für mich war klar, dass ich so impfe wie das von den medizinischen Fachexperten bzw. der STIKO empfohlen wird. Meine ganze Familie ist im Medizinbereich tätig und nach kurzer Rücksprache mit ihnen hatte ich keine Zweifel mehr. Ich habe so geimpft, wie es empfohlen wird und es hat sich bis jetzt dadurch kein Nachteil ergeben. Alle Impfungen wurden gut vertragen – ohne Nebenwirkungen.

Was möchtest du den werdenden oder frischgebackenen Mamas noch gerne sagen?
In Zeiten der starken multimedialen Belastung (Facebook, Whatsapp etc.) mein Rat: Legt eure Handys weg!! Wenn ihr mit euren Kleinen daheim seid und spielt, schließt eure Smartphones ein – nur für ein paar Stunden am Tag. Aus eigener Erfahrung steht das immer in Konkurrenz zu euren süßen kleinen Babys, die eure Aufmerksamkeit wollen. Die ewige „Daddlerei“ hat mich selbst oft genug abgelenkt und ich würde gerne in Summe ein paar Stunden davon rückgängig machen und lieber noch mehr mit meiner Kleinen gespielt haben. Das ist ein Lerneffekt den ich gerne an andere Mamis weitergeben möchte. 

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