Alltag

Buchstabieren mit den Fingern – das Fingeralphabet

Hallo ihr Lieben,

nach meiner letzten Verlosung, bei der ich ja in Gebärdensprache die Gewinner gezogen habe, kam viel positives Feedback zurück und auch ein paar Fragen. Deshalb möchte ich euch heute mal einen Teil der Gebärdensprache erklären – das Fingeralphabet.

Warum wird das Fingeralphabet eigentlich benutzt?
Ganz einfach: Für z. B. Begriffe, für die es keine eigene Gebärde gibt (Firmennamen, Marken). Manche können einfach nur das Fingeralphabet, weil sie es gerade gelernt haben, oder man weiß die Gebärde einfach nicht. Oft wird es auch für Abkürzungen genutzt, für Buch- und Filmtitel oder für Fachbegriffe und Fremdwörter.

Aber wie genau macht man das? Einfach drauflos?
Am Besten, man steht seinem Gesprächs- bzw. Gebärdenpartner gegenüber (die Voraussetzung ist natürlich, dass dieser das Fingeralphabet auch kann 😉 ), die Hand ist mit der offenen Handfläche zum Gegenüber auf Höhe der Schulter. Ganz wichtig ist, dass man sein Gegenüber dabei anschaut und das Buchstabierte mitspricht. Also nicht buchstabenweise, sondern das ganze Wort.

Man sollte wirklich nur ein, zwei Wörter buchstabieren und keine ganzen Sätze. Das funktioniert besser, wenn man einfach nur langsam und deutlich spricht. Der Hörgeschädigte liest dabei von den Lippen ab und versteht das dann normalerweise auch. Was ich immer wieder beobachte ist, dass es Leute gibt, die plötzlich total laut sprechen. Bringt nix! Da kann noch so geschrien werden – dem, der das nicht hören und nicht verstehen kann, hilft das nicht. Deshalb einfach langsam und mit deutlichem Mundbild sprechen, dabei vielleicht keinen Kaugummi kauen und nicht die Hand vor den Mund halten. Geht sogar ohne Ton und da, wo es besonders laut ist oder über eine Entfernung hinweg. Ist wirklich praktisch, solltet ihr mal ausprobieren 🙂

Wenn auch das nicht funktionieren sollte, dann helfen nur Mimik und Gestik und wenn man da nicht übertreibt, dann wird man sicher auch verstanden!

Wichtig ist einfach, dass man dem Hörgeschädigten ein bisschen Aufmerksamkeit und Geduld entgegenbringt, er wird es euch danken!

Hier mal das Fingeralphabet für euch, probiert es aus und habt viel Spaß dabei. Bringt es euren Kindern bei, die profitieren sicher in der Schule mal davon (Kommunikation über eine Entfernung, ihr wisst schon… 🙂 ) und wenn sie mal auf gebärdende Personen treffen, müssen sie nicht schräg gucken, sondern wissen, was das ist. Und legen dann vielleicht sogar gleich los mit dem Fingeralphabet!

Das deutsche Fingeralphabet
Das deutsche Fingeralphabet

 

Meine Eltern hatten das früher in der Küche hängen und ich habe als Kind immer davor gesessen und geübt. Deshalb habe ich es auch in meiner Küche hängen und hoffe, dass Levi oder andere Besucher daran Gefallen finden.

Gerne dürft ihr mir einen Kommentar hinterlassen. Hattet ihr schon mal damit zu tun? Kann das jemand von euch? Probiert ihr es aus?

Ich freue mich, bis bald! 🙂

2 Kommentare

  1. Hallo!
    Ich finde du hast einen sehr ansprechenden Schreibstil. Ich selbst bin gehörlos, trage aber zwei Cochlea Implantate als Hilfsmittel und kann mich so auch in Lautsprache verständigen. Jedenfalls will ich dir sagen, dass du diesen Artikel ganz toll geschrieben hast. Das Fingeralphabet beherrsche ich, die Gebärdensprache hingegen weniger. Ich würde dies gerne noch besser können…
    Und ja! In der Schule ist das Fingeralphabet äusserst praktisch. 😉

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