Sonstiges

Erzähl‘ mal, Mama!

Viele Mamas kennen das: Die Schwangerschaft, die Geburt, die ersten Tage und Wochen danach… Entweder ist alles supertoll oder man hat das Gefühl, man hat komplett versagt. Gerade beim ersten Kind weiß man oft nicht, was einen erwartet. Oder was richtig und was falsch ist. Man ist sich auch mit Ratschlägen oft unsicher und fragt manchmal erst gar nicht nach, weil man nicht blöd dastehen will.

Dass es aber für alles eine Lösung gibt und vor allem, dass die schlechten Tage noch lange kein Anzeichen dafür sind, dass man eine schlechte Mutter ist, möchte ich euch in meiner Serie zeigen.
Ich habe einige Mamas interviewt.
Jeden Sonntag erzählt hier eine Mama von ihrem ersten Kind: Von ihrer Schwangerschaft, von der Geburt und natürlich – vom Mamasein.

Erzähl mal Logo-horz

Wie alt warst du bei der Geburt? 34
Wie hast du entbunden? Ganz normal
In welcher Schwangerschaftswoche kam dein Kind auf die Welt? 36+1

Wie verlief deine Schwangerschaft? Falls du Beschwerden hattest, hast du vielleicht ein paar Tipps dagegen?
Meine Schwangerschaft verlief für mich so gut wie beschwerdefrei. Zwei- bis dreimal mal hat der Zwerg auf den Ischias gedrückt, aber zum Glück nie lange. Leider war das erste CTG schon schlecht und zwischenzeitlich musste ich dann 3 Tage ins Krankenhaus, um das zu überprüfen.
Die Versorgung des Kindes war aber anscheinend nicht gefährdet, aber natürlich war jeder CTG Termin danach immer von der Angst geprägt, dass wieder etwas sein könnte.
Nach der Geburt wussten wir dann, dass es wahrscheinlich daran lag, dass die Nabelschnur um den Hals war und unserem Kleinen etwas Ärger gemacht hat.

Welche Erwartungen hattest du an die Geburt bzw. wie hast du sie dir vorgestellt? Hattest du spezielle Wünsche?
Ich habe eigentlich nicht viel erwartet und mir recht wenig Gedanken gemacht. Klar habe ich einen Geburtsvorbereitungskurs
besucht. Aber ich dachte mir, dass es sowieso kommt, wie es kommt. Wenn möglich, wollte ich eine normale Geburt, das hat auch geklappt.

Beschreibe die Geburt in max. drei Sätzen
Die Fruchtblase ist geplatzt und während wir überlegen sollten wegen der Einleitung, ging es ziemlich schnell los
und es war keine Zeit mehr für PDA oder Sonstiges. Schmerzhaft natürlich, aber Hormone sind schon etwas Tolles!

Was würdest du im Nachhinein bei der Geburt anders machen?
Die Hebamme im Voraus bitten, nicht nach den ersten zwei  Presswehen den Raum zu verlassen!

Erzähle etwas von den ersten drei Tagen als Mama
Natürlich überglücklich, aber auch voller Sorge um unser kleines Frühchen. Er kam vier Wochen zu früh, hatte keinen Saugreflex, die Blutzuckerwerte mussten alle zwei Stunden gemessen werden und wir hatten immer Angst, dass er doch noch auf die Kinderstation muss. Das musste er aber zum Glück nicht.  Durch das Milchabpumpen und die ständige Messung der Blutzuckerwerte war alles leider nicht so ganz entspannt, und auch wenn ich in der Schwangerschaft von den Hormonen wenig bemerkt habe,
hab ich am dritten Tag ständig geheult, manchmal ohne zu wissen warum 😉

Wie war die Nachbetreuung durch die Hebamme? Würdest du deine Hebamme weiterempfehlen? Warum bzw. warum nicht? Was sollte man deiner Meinung nach bei der Suche nach einer Hebamme unbedingt beachten?
Ich war sehr zufrieden, sie war offen für alle Fragen, hat Tipps gegeben, und kam am Anfang alle zwei, drei Tage zum
Gewichtmessen, was ich sehr toll fand. So wusste ich wenigstens, dass der Kleine genug bekommt.

 

Wie sah dein Mama-Alltag in den ersten drei Monaten aus?
Die Hölle!! Ich hab alle gehasst, die mit ihren schlauen Sprüchen daher kamen, dass man jeden Moment genießen muss und so.
Elf Wochen lang hat der Kleine tageweise nur geschrien. Acht  Wochen habe ich abgepumpt, immer in der Hoffnung, dass das
Stillen mal noch klappt – was es durch das viele Schreien dann aber doch nicht hat. Mein Tag sah eigentlich so aus, dass ich
in einer dreiviertel Stunde mit viel Geschrei 20-50ml in den Kleinen reingebracht habe, danach hat er noch etwas geschrien, dann evtl. mal geschlafen – in der Zeit konnte ich dann abpumpen oder Fläschchen spülen und nach zehn Minuten selber schlafen ging das
Ganze wieder von Vorne los. Tag und Nacht. Ich würde nie wieder so lange abpumpen, sondern viel schneller auf Flaschennahrung umsteigen.
Danach hatte ich wenigstens die Milchpumpe los und etwas mehr Zeit zu schlafen. Nach elf Wochen wurde es dann langsam
besser- sowohl mit dem Schreien als auch mit dem Trinken. Erst da konnte ich auch wieder wirklich anfangen zu leben. Ich bin einfach
froh, dass ich die ersten drei Monate irgendwie überstanden habe.

Wie siehst du die Entwicklung deines Kindes? Hast du es oft mit anderen Babys verglichen und gemerkt, dass dein Kind noch nicht so weit ist? Wie war dein Gefühl dabei und was hast du daraus gelernt?
Mein Sohn entwickelt sich mittlerweile richtig gut! Nach vielen Besuchen beim Osteopathen, in der Naturheilpraxis und wochenlang zweimal pro Woche Krankengymnastik mit ihm geht es jetzt richtig vorwärts. Er hat natürlich noch aufzuholen und ich habe
mir natürlich auch immer andere Kinder im selben Alter angeschaut, aber unter Druck hat mich das nicht gesetzt. Er war halt ein Frühchen, hatte die ersten Monate wahrscheinlich nur Schmerzen –  wie sollte man da groß etwas entdecken und entwickeln? Es war aber ein tolles Gefühl, als wir gesehen haben, wie er endlich Fortschritte macht und auch Spaß dabei hat. Heute mit guten sechs  Monaten lacht er richtig viel, man muss halt manchmal etwas Geduld haben. Krankengymnastik und Osteopath haben wir jetzt alles abgeschlossen! Gelernt habe ich, dass einfach jedes Kind anders ist, schon von Geburt an entwickeln sie sich so verschieden, wie ich es nie gedacht hätte.

Wo hast du dir Rat geholt, wenn du etwas wissen wolltest?
Von anderen Muttis, der Hebamme… eigentlich eher schwierig den ganzen Ratschlägen auszuweichen, die man bekommt,
wenn man am Anfang Schwierigkeiten hat. Mir hat am Meisten der Besuch beim Osteopath geholfen – es sind zwar nur
Vermutungen, aber dort habe ich zumindest Erklärungen für unsere Probleme bekommen, die mir geholfen haben.

Was hat dich komplett überfordert als Mama? Gab es einen Punkt, an dem du dachtest, es geht nicht weiter? Was war das und was würdest du diesbezüglich anders machen bzw. welche Lösung hast du gefunden?
Komplett überfordert hat mich natürlich das ständige Schreien. Wenn er mal wieder vier Stunden am Stück nur geschrien und
nichts geholfen hat – man fühlt sich als schlechte Mutti, fragt sich was man falsch macht und und und. Eine Lösung gab es nicht. Die Anfangszeit ist überstanden.

Wie stehst du zum Thema „Impfen“? Hattest du diese Meinung schon immer oder hat diese sich durch das Kind geändert? Und warum?
Wir haben unserem Sohn die fünffach-Impfung geben lassen. Ich stehe voll hinter dem Impfen, es war mir immer klar,
dass mein Kind einmal geimpft werden soll.

Was möchtest du den werdenden oder frischgebackenen Mamas noch gerne sagen?
Sollte es auch nicht immer einfach sein – niemals habe ich es bereut, dieses Kind zu bekommen. Jeder wird mal bessere und mal schwerere Zeiten haben. Lasst euch nicht von anderen drein reden und hört auf euer Gefühl. Wenn ihr findet, dass etwas nicht so ist, wie es sein soll, fragt nicht zig andere Leute, sondern fragt den Arzt – der ist wenigstens ehrlich! Bei Problemen würde ich jederzeit einen Osteopath empfehlen- ein früherer Termin hätte unserem Sternlesgucker sicher viele Schmerzen und viel Schreien erspart! Und solltet ihr mal wirklich am Verzweifeln sein – zögert nicht, eure Lieben um Hilfe zu bitten. Ich wünsche euch viele Sonnenstunden mit euren Kleinen!

 

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