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Erzähl‘ mal, Mama!

Viele Mamas kennen das: Die Schwangerschaft, die Geburt, die ersten Tage und Wochen danach… Entweder ist alles supertoll oder man hat das Gefühl, man hat komplett versagt. Gerade beim ersten Kind weiß man oft nicht, was einen erwartet. Oder was richtig und was falsch ist. Man ist sich auch mit Ratschlägen oft unsicher und fragt manchmal erst gar nicht nach, weil man nicht blöd dastehen will.

Dass es aber für alles eine Lösung gibt und vor allem, dass die schlechten Tage noch lange kein Anzeichen dafür sind, dass man eine schlechte Mutter ist, möchte ich euch in meiner Serie zeigen.
Ich habe einige Mamas interviewt.
Jeden Sonntag erzählt hier eine Mama von ihrem ersten Kind: Von ihrer Schwangerschaft, von der Geburt und natürlich – vom Mamasein.

Erzähl mal Logo-horz

Wie alt warst du bei der Geburt? 28
Wie hast du entbunden? Zuerst lag ich in der Geburtsbadewanne, doch entbunden habe ich „normal“ auf dem Bett.
In welcher Schwangerschaftswoche kam dein Kind auf die Welt?
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Wie verlief deine Schwangerschaft? Falls du Beschwerden hattest, hast du vielleicht ein paar Tipps dagegen?
Ich hatte leider keinen guten Start. Zwei Wochen nach dem positiven Schwangerschaftstest fing die sog. Hyperemesis gravidarum bei mir an und mir war fast ununterbrochen übel und ich erbrach mich dauernd. An den ganz schlimmen Tagen blieb gar nichts drin, nicht mal ein Schlückchen Tee :-(. Als ich dann in kurzer Zeit drei Kilo abnahm und es gar nicht besser wurde (trotz Vomex-Tabletten), ließ ich mich von meinem Mann ins Krankenhaus bringen, da ich immerzu Angst hatte, dem Baby gehts nicht gut. Ich wurde dann vier Tage stationär betreut und bekam Infusionen. Da ging es mir dann schnell viel besser und ich konnte essen, ohne mich sofort zu übergeben. Leider hielt dieser Zustand nicht lange an und meine Frauenärztin riet mir, Akupunktur gegen Schwangerschaftsübelkeit zu machen. Da war ich bereits fast im fünften Monat, als es langsam besser wurde. Ich fehlte deswegen auch oft im Büro aber das stand für mich nicht an erster Stelle… Erst im siebten Monat ging es mir ganz gut und ich konnte wieder normal leben, essen und trinken. Bis dahin habe ich nämlich immer noch oft gespuckt. Ab dem siebten Monat konnte ich meine Schwangerschaft dann endlich genießen und tat dies auch 🙂

Welche Erwartungen hattest du an die Geburt bzw. wie hast du sie dir vorgestellt? Hattest du spezielle Wünsche?
Ich habe versucht, mich nicht verrückt zu machen, habe das „Mami-Buch“ gelesen (sonst aber nichts) und sprach viel mit Freundinnen, die schon Kinder hatten. So richtig vorstellen konnte ich mir die Geburt allerdings nicht. Denke, das ist aber völlig normal beim ersten Kind ;-). Ich wollte immer eine Wassergeburt machen, aber da meine Wehen im Wasser zu stark wurden und der Muttermund noch recht verschlossen war, wurde es keine Wassergeburt.

Beschreibe die Geburt in max. drei Sätzen
Ich war irgendwie noch nicht bereit für den Kreißsaal. Dann ging alles doch recht schnell und ich war Mami. Ein tolles Gefühl aber die schwierige Schwangerschaft war trotzdem nicht vergessen.

Was würdest du im Nachhinein bei der Geburt anders machen?
Nicht viel, würde mich immer wieder für eine PDA entscheiden und ich war sonst mit Allem sehr zufrieden. Tolle Hebammen, nette Schwestern, tolles Krankenhauspersonal.

Erzähle etwas von den ersten drei Tagen als Mama
Die Milch schoss ein, die Brüste explodierten. Mein Mädchen schlief leider sehr wenig nachts, war recht unruhig. Die ersten Tage waren anstrengend und ich war von der Geburt noch stark lädiert, da meine Tochter in Steißlage und als „Sternengugger“ zur Welt kam. Ich hatte starke Schmerzen aufgrund der vielen Nähte. Bin arg gerissen und wurde arg genäht.

Wie war die Nachbetreuung durch die Hebamme? Würdest du deine Hebamme weiterempfehlen? Warum bzw. warum nicht? Was sollte man deiner Meinung nach bei der Suche nach einer Hebamme unbedingt beachten?
Meine Hebamme kam bereits vor der Geburt zu uns und wir haben einen Vorbereitungskurs bei ihr absolviert. Mir war es wichtig, die Hebamme schon vorher zu kennen, um zu schauen, ob es „passt“ zwischen uns. Würde ich jeder werdenden Mami empfehlen. Ich habe meine Hebamme durch meine Freundin empfohlen bekommen und war sehr zufrieden. Sie war zwar emotional etwas zurückhaltend und nicht so „herzlich“ wie ich erwartete aber dafür war sie fachlich top, da sie schon etwas älter war, selbst Kinder hat und seit vielen Jahren als Hebamme arbeitet. Das war mir wichtiger, als eine junge, hippe Hebamme zu haben.

Wie sah dein Mama-Alltag in den ersten drei Monaten aus?
Da ich leider zu wenig Milch hatte und meine Tochter von Anfang an sehr hungrig war, war ich die ersten Wochen mit Stillen, Abpumpen und Nachsorge/Pflege meiner Naht beschäftigt. Die Nächte waren eigentlich ganz human, trotzdem war ich oft sehr müde und legte mich meist hin, sobald die Kleine auch schlief. Sachen wie Haushalt, Kochen usw. stand erstmal etwas weiter hinten an. Mein Mann war da sehr verständnisvoll und kochte für uns, wenn er von der Arbeit heimkam oder ich kochte eben nur „schnelle und einfache“ Gerichte.

Wie siehst du die Entwicklung deines Kindes? Hast du es oft mit anderen Babys verglichen und gemerkt, dass dein Kind noch nicht so weit ist? Wie war dein Gefühl dabei und was hast du daraus gelernt?
Ich habe 4 Freundinnen, die um den Dreh wie ich entbunden haben. Da vergleicht man automatisch die Entwicklung/Fähigkeiten der Babys. Aber ich habe gelernt, dass alle Kinder unterschiedlich sind und jedes entwickelt sich eigenständig und anders. Das eine Kind bekommt schneller Zähne als andere, das wiederum andere Kind läuft schneller und spricht schneller die ersten Worte. Da unsere Tochter für ihr Alter recht weit ist, mach ich mir da keine großen Gedanken ;-). Sie kann schon sehr viel obwohl sie erst 10,5 Monate alt ist. Mal sehen, wie es weitergeht. Ich bin sehr gespannt….

Wo hast du dir Rat geholt, wenn du etwas wissen wolltest?
Bei meiner Mutter, bei Freundinnen oder meiner Hebamme.

Was hat dich komplett überfordert als Mama? Gab es einen Punkt, an dem du dachtest, es geht nicht weiter? Was war das und was würdest du diesbezüglich anders machen bzw. welche Lösung hast du gefunden?
Ich war anfangs überfordert, da das Stillen nicht klappte und ich dann auch noch entzündete Brustwarzen hatte. Das führte dann auch zu meiner Entscheidung, abzustillen und meine Tochter bekam Fläschchen. So war ich flexibler, sie trank super und ich hatte diesbezüglich keinen Stress mehr.
Im Oktober/November 2015 gab es einen Wachstumsschub bei meiner Tochter, sie war zeitgleich auch noch stark erkältet und zahnte außerdem noch. Alles gleichzeitig – da kam ich wirklich an meine physischen und psychischen Grenzen, da sie nachts sehr schlecht schlief und tagsüber meist auch. Mein Mann war zu der Zeit geschäftlich viel unterwegs und konnte mich dadurch wenig unterstützen – nur am Wochenende halt. Ich habe dann öfters meine Eltern oder Schwägerinnen/Freundinnen um Hilfe gebeten indem sie auf unsere Kleine aufpassten und ich dann wieder Kraft tanken konnte. Blöderweise war ich zu der Zeit auch noch krank und das ging so nicht ohne Hilfe. Das Ganze ging ca sechs Wochen so, danach war alles wieder besser und normal :-).

Wie stehst du zum Thema „Impfen“? Hattest du diese Meinung schon immer oder hat diese sich durch das Kind geändert? Und warum?
Ich wurde als Kind geimpft, ebenso mein Mann (die empfohlenen Impfungen) und daher war uns schnell klar, dass wir unsere Tochter auch impfen lassen (also die von der STIKO empfohlenen Impfungen bzw. von der Kinderärztin empfohlenen Impungen). Ich habe mich ehrlich gesagt, nicht viel über Nebenwirkungen informiert und hab mich von Impfgegnern auch nicht verrückt machen lassen. Jedem seine Meinung aber wenn nachher eine schlimme Krankheit beim Kind ausbricht (gegen die geimpft werden konnte) ist das Geschrei groß. Daher lieber Vorsorge statt Nachsorge! Außerdem haben mein Bruder und ich auch alle Impfungen überlebt und sind gesund. Das ist das Wichtigste!

Was möchtest du den werdenden oder frischgebackenen Mamas noch gerne sagen?
Macht euch in der Schwangerschaft nicht zu viele Gedanken, wie wohl alles wird. Ihr werdet gute Mamas/Eltern sein! Lasst einfach Alles auf euch zukommen und entscheidet nach eurem Mutterinstinkt – der ist meist der Beste :-). Ihr könnt nicht stillen? Dann ist es so und ihr werdet liebevoll das Fläschchen geben und den Kindern geht’s genaus so gut wie Stillkindern. Ihr braucht mal eine Pause oder Zeit für euch? Gebt das Kind ruhig den Großeltern (wenn möglich auch mal über Nacht), tut euch und den Kindern gut. Holt euch Rat oder Hilfe bei Fragen und es ist keine Schande zuzugeben, dass etwas nicht so läuft wie erwünscht oder man überfordert ist. Das ist völlig normal und so geht es jeder Mami mal. Genießt immer die wunderschönen Momente mit euren Kindern und seid dankbar, wenn sie gesund und munter sind!
Mein Lieblingsspruch: Es ist nicht immer leicht eine gute Mutter zu sein aber es war die beste Entscheidung meines Lebens!

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