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Wir durften Probefahren

Wie ihr sicherlich schon gesehen habt, durften wir einen Buggy testen. Wir hatten vier Wochen Zeit, um den 4moms origami Kinderwagen auf die Probe zu stellen. Zuerst möchte ich euch den Buggy mit den wichtigesten Details vorstellen:

  • Maße (aufgebaut): 104 x 71 x 99 cm (LxBxH)
  • Maße (zusammengeklappt): 97 x 53 cm (LxH) Breite: 38 cm ohne Lenker, 50cm mit Lenker
  • elektrischer Faltmechanismus
  • LCD-Display mit Kilometer-Anzeige, Thermometer, Tachometer & Sicherheitssensoren
  • Tageslichter, Wegbeleuchtung
  • Gewicht: 15.44 Kg
  • Preis: 1099,00 Euro

Lieferung, Aufbau

Der Buggy kam in einem großen und sehr schweren Paket bei uns an. Er war in Einzelteile zerlegt und ließ sich ohne großen Aufwand sehr leicht zusammenbauen.

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Nach dem Zusammenbauen haben wir ihn erstmal aufgeladen. Der Stecker, der am Buggy angebracht werden musste, befand sich ganz unten an einer sehr blöden Stelle. Man musste sich hinknien, um hinzukommen. Wenn man das geschafft hat, schließt man den Buggy einfach ans Stromnetz an und er lädt sich auf (empfohlen wird eine Ladezeit von 12 Stunden vor der ersten Benutzung, anschließend alle zwei Wochen). Der Buggy ist mit einem Akku ausgestattet, der sich beim Fahren automatisch auflädt – eine tolle Sache!

Ausstattung

Neben dem Akku ist der Buggy mit einer großen abnehmbaren Tasche, drei kleineren hinter dem Sitz (direkt an der Lehne) und zwei Getränkehaltern an der Lenkstange ausgestattet. Zusätzlich befinden sich links und rechts neben dem Sitz nochmal jeweils eine kleine Halterung und außerdem hat der Wagen Tageslichter und eine Wegbeleuchtung.
Der Buggy hat ganz vorne unter der Spitze zwei kleinere Räder. Diese sind dazu da, dass man den Buggy im zusammengeklappten Zustand schieben kann. Sehr praktisch gedacht.
Separat erhältlich sind Regencape, Liegewanne für Babys bis zu sechs Monaten, eine Handy-Ladestation mit Lenker-Tasche und Stoffbezüge in verschiedenen Farben. Über diese Dinge kann ich nichts sagen, da ich sie nicht hatte.

Ansicht innen2

Der Sitz lässt sich leicht nach hinten stellen, aber nicht in Liegeposition. Ich persönlich finde, dass das Kind sehr gerade drin sitzt, es sieht für mich nicht sehr bequem aus. Dadurch, dass es keine große Sitzfläche gibt, muss man das Kind beim Anschnallen mit einer Hand festhalten, solange man die Arme noch nicht in den Gurten hat. Es besteht schnell die Gefahr, dass das Kind rausfällt.

Das Verstellen der Gurte wurde für mich zu einer schmerzhaften Sache. Man muss hinter der Lehne erstmal einen Klickverschluss öffnen. Dieser öffnet sich normalerweise durch Drücken eines kleinen Knopfes in der Mitte. Da es aber absolut nicht aufgehen wollte, habe ich noch daran gezogen und mir dabei am Daumen sehr wehgetan. Die Details erspare ich euch, aber das musste gesagt werden. Hat man also diesen Verschluss offen, kann man die Gurtlänge durch ziehen am Plastikteil ändern. Eine umständliche Technik. Vor allem, wenn es mal schnell gehen muss.

Leider hat mich auch die abnehmbare Tasche nicht überzeugt. Man befestigt sie auf der oberen Seite mit einem Klettverschluss und einem Knopf. Da sie also nur oben befestigt ist, schwingt sie relativ leicht hin und her. Legt man also eine Trinkflasche oder etwas anderes mit Gewicht rein, hängt die Tasche genau an dieser Seite stark nach unten. Man sollte also auf ein gleichmäßiges Verstauen achten. Hinzu kommt, dass die Tasche etwas tief hängt. Ich bin bei normalen Schritten immer mit den Fußspitzen an die Tasche gekommen.

Die restlichen Taschen, die angebracht sind, boten viel Platz für Kleinigkeiten, die man immer dabei hat. Da ist dann die hängende Tasche eigentlich überflüssig.

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Handhabung

Der Buggy lässt sich kinderleicht auf- und zuklappen. An der Lenkstange ist ein „Radknopf“, man dreht kurz am Rad, drückt anschließend auf den knopf, es piepst und der Roboter fährt doch oder runter. Eine super Sache, wenn man nur eine Hand freihat.

Hat man jedoch, so wie ich es hatte, einen Fußsack drin, kann es mal vorkommen, dass sich der Buggy nicht zusammenklappen möchte und ein „Error“ anzeigt, weil seine eingebauten Sicherheitssensoren der Meinung sind, das Kind ist noch drin.
Auch kam es ab und an vor, dass ich den Buggy nach dem Zusammenklappen in den Kofferraum gehoben habe und auf dem Display ein „Error“ erschien. Das kam, weil man durch das Heben den Buggy leicht hochgezogen hat und er somit als nicht komplett zusammengeklappt galt. Also musste ich nochmal das Rad drehen und auf den Knopf drücken, damit es sich richtig zusammenklappt (beim ersten Mal hatte ich die Hoffnung, dass es nicht erst aufgehen muss, der Buggy lag ja schon im Kofferraum – ist aber direkt zugegangen). Da wir gerade beim Thema „heben“ sind: Der Buggy ist mit seinen fast 16 Kilo nicht gerade der Leichteste. Man sollte sich  also bei der Anschaffung eines Buggys mit Automatik bzw. mit einem Akku darüber im Klaren sein.

Ich habe ein Display erwähnt: Auf dem Display kann man sehen, welche Temperatur es gerade hat, mit welcher Geschwindigkeit man gerade fährt, wie viele Kilometer man seit Beginn des Spaziergangs zurückgelegt hat und wie viele insgesamt (lässt sich wieder auf Null stellen, wenn man möchte). Auch sieht man, ob das Kind drin sitzt (!) und ob die Sperre für das Zusammenklappen an ist (erscheint, sobald das Kind drinsitzt). Das Kind selbst trägt eine Schleife auf dem Kopf, was also ein Mädchen darstellt. Finde ich persönlich ein bisschen doof, mir wäre ein „neutrales Kind“ lieber. Ist aber nur eine Kleinigkeit.

Während der Fahrt hat man die Möglichkeit, das Sichtfenster geschlossen zu lassen oder zu öffnen. Man sieht dann durch eine Art Fliegenschutznetz das Kind von oben. Die Lenkstange, die für meine Körpergröße von 175 cm die perfekte Höhe hatte, ist mit einem Schaumstoff überzogen, welches dafür sorgt, dass die Hände nie auf etwas Kaltem liegen, es ist ein sehr angenehmes Gefühl. Links und rechts vom Display hat man zwei Getränkehalter mit einer Durchmesser von neun Zentimetern. Praktisch für die Flasche des Kindes, unpraktisch für Mamas Kaffee, wenn über Pflastersteine gefahren wird. Leider wackelt der Buggy dann sehr und vom Kaffee hat man dann nicht mehr viel übrig.

Ansicht oben2

Die Reifen sind aus Hartgummi und scheinen sehr robust zu sein, Auch leichte Erhöhungen bemerkt man beim Fahren überhaupt nicht. Leider lassen sich die beiden vorderen Reifen nicht feststellen, was auf Pflastersteinen ein ganz großer Nachteil ist.

Über den beiden Vorderreifen befindet sich das Tageslicht, das sich durch Drücken auf den Knopf an der Lenkstange einschalten und durch weiteres Drücken in drei verschiedene Helligekitsstufen einstellen lässt. Genau so wie die Wegbeleuchtungen, die sich darunter befinden. Leider sind diese nicht so hell wie die Tageslichter, die man sich meiner Meinung nach hätte sparen können und lieber in die Wegbeleuchtung investiert hätte.

Am rechten Hinterreifen befindet sich die Feststellbremse. Mit einem kurzen Tritt ist sie aktiviert und einem weiteren kurzen Tritt deaktiviert. Leider hat man sehr an der Bremse gespart, es war nämlich nur das rechte Hinterrad blockiert, die anderen drei Räder nicht. Das hätte während einer Busfahrt böse enden können, wenn  ich nicht daneben gesessen wäre. Dadurch, dass der Buggy aufgrund des Designs an den Vorderreifen stark belastet wird, neigt dieser sich, wenn der Bus eine Kurve fährt und kann mit seinem Gewicht nicht alleine stehen. Wenn nicht alle Reifen blockiert sind, setzt er sich schneller in Bewegung als man schauen kann. Ganz großer Minuspunkt!

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Fazit

Leider wurde bei diesem Buggy mehr Wert auf das Design als auf die Sicherheit und den Komfort gelegt. Ich denke, dass dieser Buggy bei Eltern, die sehr starken Wert auf die Optik des Buggys legen, bestens aufgehoben ist.

Wie gesagt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass so ein Buggy etwas schwerer ist und auch viel Platz im Auto braucht.

Ein Buggy, der über 1000,00 Euro kostet, sollte für mich eine Liegefunktion haben, sichere Bremsen, feststellbare Reifen und wenn’s sein muss, ein einfaches Display, das mir die Temperatur, den zurückgelegten Weg und die Sperre anzeigt. Auf Schnickschnack wie Beleuchtung, freischwingende Tasche und ein großes Display, dass mir verrät, ob mein Kind im Buggy sitzt, verzichte ich dann sehr gerne.

Ansicht komplett2

 

Der Buggy wurde uns zum Testen kostenlos zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen findet ihr hier.

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