Alltag

Mama unterwegs

Die Mamas unter euch werden wissen, wie es ist: Da gibt’s plötzlich Dinge, die man vorher nie wahrgenommen hat oder über die man sich jetzt tierisch aufregt.
Man mag mich vielleicht kleinlich nennen, wenn man sich den Beitrag durchgelesen hat oder so manche andere oder sogar Nicht-Mama wird sich denken, dass man als Mama ja auch nicht besser ist. Ja, auch wir sind nicht frei von Fehlern und auch ich gucke mal, wenn hinter mir ein Kind schreit oder hinterlasse den Tisch im Café nicht ganz so sauber, wenn ich mit meinem Kind da war. Aber ich mache die Dinge nicht mit Absicht sondern einfach, weil es mit Kind manchmal nicht anders geht. Aber ich gebe mein Bestes, damit sich die Menschen in unserer Umgebung wohlfühlen und ja nichts Schlechtes von uns denken. Und wenn sie es doch tun – dann sollen sie doch!

Hier also meine ersten fünf der Top10-Aufreger, wenn ich mit Kind unterwegs bin:

Aufzüge
Ich habe sie in der Schwangerschaft entdeckt und komme auch als Mama ohne sie fast nicht aus. Mein “schönstes” Erlebnis hatte ich, als Levi etwa drei Monate alt war. Ich musste von der sechsten Etage nach unten. Etwas schwierig, mit einem Kinderwagen die Treppe zu nehmen. Also stand ich da und wartete auf den Aufzug. Die Tür ging auf, vier Personen drin, keiner schien irgendwie eine Beeinträchtigung zu haben. Es machte auch keiner Anstalten, mir Platz zu machen. Mich starrten vier Augenpaare an, so nach dem Motto “Sie wissen schon, dass hinter Ihnen eine Treppe ist?”. Tür zu, zweite Runde. Tür auf, eine Mutter mit zwei Kindern im Grundschulalter. Schaut mich an und sagt: “Naja, dann halt die nächste Runde” und lachte über ihren eigenen Witz. Tür zu, dritte Runde. Zur Erinnerung, der Aufzug ging nach UNTEN! Man kann also problemlos nach unten die Treppe nehmen. Die nächsten zwei waren besetzt mit Rollstuhl und Kinderwagen,. Beim fünften Anlauf war ein altes Ehepaar drin, die sich umständlich an die Rückwand gestellt und uns so Platz gemacht haben. Nach gefühlten drei Stunden waren wir dann endlich unten. Leider ist das nicht nur einmal passiert, aber das war für mich der Oberknaller!

Elternparkplätze
Jeder kennt sie: Die Eltern-Kind-Parkplätze in Park- oder Kaufhäusern. Ja, sie sind so breit wie Behindertenparkplätze und so nah am Eingang dran, dass man als Nicht-Eltern mal schnell da drauf parken kann. Weil Eltern können ja auch einen normalen Parkplatz nutzen. Nicht! Für alle, die es nicht wissen: Diese Parkplätze gibt es deshalb, weil man die Tür etwas weiter aufmachen muss um das Kind rein- oder rauszukriegen. Ganz egal, ob mit Babyschale oder ohne. Wir brauchen diesen Platz! Auf normalen Parkplätzen parke ich gerne weit links und nehme in Kauf, dass ich gerade so aussteigen kann. Aber rechts hinten hilft es mir einfach nicht, wenn ich die Tür nur gerade so aufbekomme. Am geilsten finde ich ja immer noch die, die ohne Kind unterwegs sind, aber den Parkplatz für sich beanspruchen, weil sie einen Kindersitz hinten drin haben. Ihr seid die Besten!

Treppen
Leider ist es oft so, dass man mit Kinderwagen unterwegs ist und man nur durch eine Treppe dahin kommt, wo man hinmuss. Für mich war es immer selbstverständlich, einer Mutter meine Hilfe beim Tragen anzubieten und wenn ich es nicht konnte, habe ich den nächsten drum gebeten. Seitdem ich selber ab und an Hilfe brauche, fällt mir auf, dass kaum noch Menschen bereit sind, zu helfen. Vor allem Männer laufen gerne vorbei. Frauen sind da wesentlich hilfsbereiter. Warum ist das so? Haben sie Angst, dass ich sie fresse? Oder dass ihre Frauen das sehen könnten?
Mittlerweile überlege ich immer vorher, welchen Weg ich am besten nehme, um Treppen zu vermeiden.

Enge Wege – Gegenverkehr
Oft ist es ja so, dass in der Stadt z. B. ein Markt ist. Dementsprechend sind die Wege etwas enger und ein Vorbeikommen etwas schwierig ist mit Kinderwagen. Oft ist es so, dass man natürlich gern die Leute vorbeilässt, die einem gerade entgegenkommen. Man erwartet dann, dass irgendjemand stehen bleibt und freundlich lächelt und man vorbeikann. Das passiert auch sehr selten. Da gilt oft “Einfach irgendwann losfahren”. Vor ein paar Tagen hat ein älterer Herr den Bock abgeschossen: Situation wie beschrieben, nur leider standen vier Personen mitten in diesem ohnehin schon engen Weg. Ich stand also da, um Leute vorbeizulassen, als der Herr aus der Vierergruppe mich verständnislos ansah. Dann sagte er etwas zu der Dame neben sich, drehte sich um und schaute hinter sich, wohl weil sie ihm sagte, dass ich ja Platz hätte. Dann sah er wieder zu mir und meinte eiskalt: “Tja, da müssen Sie jetzt schauen wie Sie vorbeikommen.” Zack… mir fehlten die Worte!

Gehwegparker
Die Straße ist stark befahren, am besten, es ist Rush Hour. Noch besser, ein paar Meter weiter sind Parkplätze. Aber irgendjemand schafft es immer wieder, auf dem Gehweg zu parken. Und zwar so, dass man absolut keine Chance hat, da mit einem Kinderwagen vorbeizukommen. Oft ist es ja so, dass man im Vorbeilaufen (über die Straße – versteht sich) mal ins Auto reinschaut und feststellt, dass da ja sogar jemand drinsitzt. Das Gefühl, dass sich in dem Moment entwickelt, könnt ihr euch sicher vorstellen!

Ungefragt
Man sitzt nichtsahnend am Tisch und schaut in die Speisekarte und schon hat das Kind auf dem Hochstuhl einen Keks in der Hand. Man schaut sich suchend um und sieht dann die Kellnerin förmlich winken mit dem “Jaaaa-ich-wars”-Grinsen. Sobald der Keks aufgegessen war, kommt sie schon mit dem nächsten Keks. Ich hasse es, wenn man mich nicht fragt, ob es in Ordnung ist, dem Kind etwas zu geben!

Tür aufhalten
Da ist es fast so wie beim Thema Treppen. Es gibt leider nicht überall Türen, die sich automatisch öffnen. Aber leider gibt’s auch nicht so oft Menschen, die dir die Tür aufhalten, wenn sie so sowieso (!) schon die Tür aufmachen. Schon gar nicht, wenn du einen Kinderwagen hast. Könnte ja lange dauern…

Wickelraum
Wer schon mal in einem Möbelhaus war, weiß, dass es auch mal etwas länger dauern kann. Und wenn etwas in der Windel ist, dann sollte man da möglichst bald etwas tun. Ich nehme jetzt das Beispiel Möbelhaus, weil mir das auch erst passiert ist. Der Verkäufer meinte zu uns, dass es keinen Wickelraum gibt. Da ich meistens davon ausgehe, dass in der Damentoilette ein Wickeltisch ist, ist Oma mit Levi in den vierten Stock, um ihn zu wickeln. Sie meinte, dass da leider nichts war und sie ihn notdürftig auf den Marmortisch neben das Waschbecken gelegt hat. Naja, das war dann für den Moment in Ordnung. Als wir dann noch mal in diesem Möbelhaus waren ein paar Tage später, haben wir zufällig im tiefsten Eck in der Küchenabteilung eine Tür gefunden, auf der “Wickelraum” stand.
Leute, es gibt fast nichts stressigeres, als einen Wickelraum zu suchen. Wenn man realisiert, dass es keinen gibt, denkt man sich die Unmöglichsten Sachen aus und versucht es dann irgendwie.
Liebe Möbelhäuser und sonstige Großunternehmen: Bitte schildert euere Wickelräume aus! Ihr würdet uns Müttern den Aufenthalt um Einiges erleichtern. Und unseren Geldbeutel danach sicher auch!

Menschen in der Umgebung
Eigentlich habe ich ein ganz braves Kind und es kommt selten vor, dass Levi laut wird. Aber dann ist es so und das geht dann auch wieder vorbei. Nur leider ist es dann so, dass man von manchen Leuten mit bösen Blicken bombardiert wird. Man kann ihnen ansehen, was sie denken! Kennt ihr diese Blicke, die so richtig mit Absicht ekelhaft werden? Von Leuten, die einen damit so lange ansehen, bis man sie sieht, damit man sie bloß gesehen hat? Manchmal hoffe ich dann, dass Levi noch ein paar Minuten länger laut ist und ihnen den Kaffee versaut!

Langsames Vorankommen
Was ich eigentlich gar nicht so schlimm finde, aber manchmal doch sehr unpassend ist, sind Menschen, die einem unbedingt sagen wollen, was für ein supersüßes Kind man ja hat. Man hat es öfters mal eilig und will eigentlich nur noch weiter. Da steht dann jemand und redet mit dem Kind und sagt einem dann, wie süß und toll und sonstwas er ist. Und dann fangen sie an zu erzählen, dass sie auch so ein Kind in der Familie haben und was es schon alles kann. Ich freue mich immer sehr, wenn jemand stolz erzählt, aber ich habe halt auch nicht ewig Zeit. Aber wie gesagt, das ist nur manchmal störend 😉

 

Mit diesem Post wollte ich euch einfach mal von meinem Alltag erzählen. Ich erwarte nicht, dass man uns den roten Teppich ausrollt, wenn wir unterwegs sind. Ein selbstverständliches Miteinander würde mir schon ausreichen.

Habt ihr auch solche „Aufreger“? Oder regt euch etwas an Mamas bzw. Eltern auf? Dann lasst mir einen Kommentar da, ich würde mich freuen!

Bis bald 🙂

1 Kommentar

  1. Super geschrieben! Fast alle Punkte kann ich bestätigen da selber erlebt… Wir Mamis haben es nicht immer leicht 😉
    Aaaaber: Es gibt auch nette Begegnungen – sogar mit der „ach so schlimmen Jugend von heute“:
    Ich wollte mit Kinderwagen aus einer Drogerie und musste die Türe mal wieder selbst öffnen, da Keiner helfen wollte oder es dezent übersahen. Als ich dann draußen war, eilte ein junger Bursche heran und entschuldigte sich ganz freundlich lächelnd mit den Worten: „Oh, tut mir sehr leid, dass ich es nicht früher sah. Ich hätte Ihnen sonst gern geholfen“.
    Ich war ganz entzückt und bedankte mich für seine nette Art…
    Und ich fühle mich übrigens nach wie vor zu jung um gesiezt zu werden ;-)….
    LG, N.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »