Die ersten 6 Monate

Wo schläft ein Model?

Als wir drei endlich zu Hause waren, stellten sich natürlich wieder neue Fragen. Eigentlich waren diese vor der Geburt schon beantwortet aber mit Baby sieht eben alles wieder anders aus.

Unter anderem gab es die Frage, worin er tagsüber und nachts schläft. Wir haben während der Schwangerschaft eine Wiege gekauft, es war damals Liebe auf den ersten Blick: eine süße weiße Holzwiege von „roba“ mit dem Adam-und-Eule-Design (das von nun an aus unserer Babyeinrichtung nicht mehr wegzudenken war). Wir waren der Meinung, dass wir sie tagsüber ins Wohnzimmer stellen und für die Nacht einfach ins Schlafzimmer „rüberrollen“.

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Bild: roba

Der Papa fragte mich mehrmals, ob ich wirklich kein Beistellbett im Schlafzimmer möchte, so ein Teil ist ja sehr praktisch und wird einfach mit der offenen Seite an meine Bettseite montiert und ich habe den Kleinen immer im Blick und muss ihn quasi nur rausziehen, wenn ich stillen möchte. Aber ich war der Meinung, so ein kleines Wesen braucht doch keine drei Betten (in seinem Kinderzimmer stand ja noch sein normales Babybett) und war mit der Wiege zufrieden. Denkste!!! Die Wiege war wirklich toll und erfüllte eigentlich auch ihren Zweck. Das Problem war nur, sie war höher als unser Bett und man konnte weder ein paar Stäbe, noch die ganze Seite abmontieren. Ich war natürlich am Anfang noch ziemlich geschlaucht, so eine Geburt ist schließlich kein Kinderspiel, untenrum tat mir natürlich noch alles weh und das Aufsetzen war alles andere als leicht. Das Kind schreit, es ist mitten in der Nacht, ich musste mich aufsetzen, ihn umständlich rausholen, zu mir legen, meine Sitzposition nochmal verändern und dann konnte ich ihn anlegen. Papa hat uns dann ganz schnell ein Beistellbett besorgt und das war mit Sicherheit die beste Anschaffung!
Die Wiege ist dann im Wohnzimmer stehen geblieben, im Schlafzimmer hatten wir das Beistellbett und im Kinderzimmer stand das (noch unbenutzte) Babybett. Kann nicht jedes Kind von sich behaupten, dass es im Alter von zwei, drei Wochen gleich drei Betten hatte ;-). Mit drei Monaten haben wir ihn nachts in sein Zimmer gelegt, da wir das Gefühl hatten, er schläft so besser und hat da auch seine Ruhe. Das klappt seitdem super und er schläft auch durch. Dazu fällt mir noch ein: Wieso wird man eigentlich oft von Leuten als erstes „Und, schläft er nachts durch?“ gefragt? Das scheint ziemlich wichtig in unserer Gesellschaft zu sein. Ja, mein Kind schläft durch, aber wenn es nachts stündlich kommen würde, dann wäre das auch in Ordnung!

Die andere Frage, die uns beschäftigt hat war „Was ziehen wir ihm eigentlich wann an?“. Ist es zu warm, zu kalt, zu eng, zu viel, zu wenig…? Sein Kleiderschrank war bis obenhin voll, er hatte wohl mehr Klamotten als Mama und Papa (es ist halt einfach wahnsinnig schwierig, an Babyklamotten vorbei zu laufen, ohne sie zu kaufen) und täglich standen wir am Wickeltisch und überlegten, ob wir ihm einen Kurzarmbody, drüber einen Langarmbody, dazu eine Strumpfhose und zusätzlich noch eine Hose anziehen. Ich glaube, wir hätten beide nicht gedacht, dass dies am Anfang so schwierig sein würde und unsere Meinungen gingen da sehr oft auseinander. Zu Hause war das relativ einfach, aber wenn wir weggefahren sind, war Papa immer der Meinung, ich habe ihm zu viel angezogen oder ich war der Meinung, Papa hat ihm zu wenig angezogen, aber irgendwann hatten wir den Dreh raus. Was den Stil anging, waren wir uns aber immer einig. Viele mögen das vielleicht blöd finden, aber wir haben immer darauf geachtet, dass Levi gut aussieht und coole Klamotten anhatte. Dazu zählten u. a. Mini-Jeans, Mini-Chucks, Mini-Baseballjacke u.s.w. Die Farben sollten auf jeden Fall zusammenpassen und so eine coole Käppi durfte es auch mal sein. Ja, ich steh dazu, ich bin stolz drauf, dass mein Kind in diesen Klamotten gut aussieht und ich bin froh darüber, dass wir heute eine größere Auswahl an Babyklamotten haben als damals. Und dieses Getue darum, dass es nur wichtig ist, dass die Klamotten babygerecht, bequem und am besten noch Öko sind, davon halte ich gar nix. Auch ein Baby hat das Recht, gut auszusehen und dass ich darauf achte, dass es bequem ist und ihn nicht einschränkt, das ist ja wohl keine Frage!

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Bilder: privat

Was aber leider wahnsinnig nervt: Egal, wohin man geht, um Babysachen zu kaufen. Das „rosarotpinkglitzerleo“ dominiert leider überall und führt dazu, dass das Blaue und die restlichen Jungs-Klamotten irgendwo in der Ecke verschwinden und die Auswahl sehr klein ist. Hoch lebe das Online-Shopping!

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